Entwicklungschance für Nord und Süd

Pro Tag werden für jede Schweizerin und jeden Schweizer rund 4´000 Liter Wasser für die Herstellung von Konsumgüter gebraucht. Zum grössten Teil wird das Wasser im Ausland aufgewendet. Finden Sie heraus, was der Schweizer Wasserkonsum mit der Migration der Bevölkerung in anderen Regionen zu tun hat und wie wir die Entwicklungschancen für diese Menschen verbessern können.

Die Schweiz ist das Wasserschloss Europas. Dennoch betrifft die globale Wasserkrise auch uns: Wir konsumieren pro Tag und Person rund 160 Liter Wasser in unseren Haushalten (GAILLE 1999). Dazu kommen aber täglich noch rund 4’000 Liter welche für die Herstellung unserer Konsumgüter gebraucht werden (GNEHM 2012). Rund 80% dieses Wasserverbrauchs erfolgt im Ausland, oft in Ländern mit Wasserknappheit.

Mit 81% machen Produktion und Konsum landwirtschaftlicher Erzeugnisse den Grossteil des Schweizer Wasserkonsums aus. Auf Industriegüter entfallen 17%, während in privaten Haushalten 2% verbraucht werden. Quelle: entnommen aus GNEHM (2012)

Die Lebensqualität der Weltbevölkerung hängt massgebend von der Verfügbarkeit der Süsswasserressourcen ab. Schon heute leiden viele Regionen der Erde unter Wasserstress. Die Lebensbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten der betroffenen Bevölkerung werden dadurch entscheidend verschlechtert. Die zunehmende Weltbevölkerung, steigende Konsumbedürfnisse und Wasserverschmutzung sowie der Klimawandel verstärken diese negative Entwicklung. Die globale Wasserkrise beeinflusst auch das Wasserschloss Schweiz: Der Import von Konsumgütern, insbesondere von Lebensmitteln aus dem Ausland, ist nicht mehr vollumfänglich gesichert, respektive hat negative Folgen für die Wasserversorgung der Bevölkerung in diesen Produktionsgebieten. Die Erschöpfung von nicht erneuerbaren Wasserressourcen führt zur Verlagerung der Produktion und Migration der Bevölkerung.

 

Der Wasserverbrauch und -gebrauch der Schweiz liegt bei rund 4’200 Liter pro Person und Tag (GNEHM 2012), was auch in etwa dem weltweiten Mittelwert von ca. 3’800 Liter pro Person und Tag entspricht. Im Vergleich dazu ist der Wasserkonsum in der Demokratischen Republik Kongo mit rund 1’500 Liter pro Person pro Tag nur rund 1/3 und in den USA mit ca. 7’500 Liter pro Person pro Tag rund doppelt so hoch (HOEKSTRA und MEKONNEN 2011).

 

Mit dem Ziel der Halbierung des Wasserverbrauchs leistet die, von der Schweizerischen Umweltstiftung lancierte, 2000-Liter-Gesellschaft einen Beitrag dazu, dass die Entwicklungschancen der Menschen im „Norden und Süden“ langfristig sichergestellt werden.

Die 2000-Liter-Gesellschaft hat sich zum Ziel gesetzt, den Wasserkonsum der Schweiz bis zum Jahr 2050 von derzeit rund 4’200 Liter pro Person und Tag auf maximal 2’000 Liter zu halbieren. Quelle: eigene Darstellung

Die Halbierung des Wasserkonsums ist schon heute möglich. Sie können einen Beitrag dazu leisten, in der Schweiz und im Ausland - die 2000-Liter-Gesellschaft zeigt Ihnen wie.

Verwendete Literatur

GAILLE, P. (1999): Der Wasserverbrauch im Schweizer Haus. Messbericht über den Wasserkonsum und Abschätzung des Sparpotenzials. Umweltmaterialien Nr. 114. Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL, Bern.

GNEHM, F. (2012): Der Wasser-Fussabdruck der Schweiz. Ein Gesamtbild der Wasserabhängigkeit der Schweiz. URL [Zugriff: 10.07.2012]. PDF

HOEKSTRA, A.Y.; MEKONNEN, M.M. (2011): The Water Footprint of Humanity. URL [Zugriff: 8.10.2012]. PDF