Bewässerung

Mit rund 70% des weltweiten Wasserbedarfs ist die Landwirtschaft der mit Abstand grösste Wasserverbraucher. Bei der Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln sowie Fasern für den täglichen Bedarf werden jährlich rund 7'000 km3 Wasser evapotranspiriert. Obwohl der Einsatz von „blauem Wasser“ - also Wasser aus Flüssen, Bächen, Seen und Grundwasser - zur Bewässerung mit 20% des gesamten Wasserbedarfs der Landwirtschaft einen vergleichbar geringen Anteil darstellt, spielt die Bewässerung global gesehen eine entscheidende Rolle. Auf Grund von Bewässerung werden mehr als 40% der weltweiten Erträge auf weniger als 20% des kultivierten Landes produziert (UNESCO 2012). Vielerorts ist die landwirtschaftliche Produktion auf Ertragssteigerung (Tonnen/Hektar) und weniger auf die Verringerung des Wasserverbrauchs (m3/Tonne) ausgerichtet. Dies macht jedoch nur dann Sinn, wenn Land der begrenzende Faktor ist und Wasser in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Bei Wasserknappheit ist die Optimierung der Wasserproduktivität wichtiger (HOEKSTRA ET AL. 2011). Der Wasserverbrauch ist demnach bei der Evaluierung der Effizienz der Landwirtschaft ein unerlässlicher Faktor. Um den, durch die steigende Nachfrage nach Lebens- und Futtermitteln sowie Fasern verursachten, zusätzlichen Bewässerungsbedarf auszugleichen, müsste in den nächsten 25 Jahren die Wassereffizienz bewässerter und nicht-bewässerter landwirtschaftlicher Flächen um 40% verbessert werden (UNBEKANNT 2007). Durch eine Erhöhung der blauen Wasserproduktivität in der Bewässerungslandwirtschaft (z.B. durch den Einsatz wassersparender Bewässerungstechnologien und der Umstellung auf „Defizitbewässerung“) sowie durch die Erhöhung des Produktionsanteils der auf grünem (Niederschlag) statt blauen Wassers beruht, könnte über einen Zeitraum von einigen Jahrzehnten der weltweite blaue Wasser-Fussabdruck der Welt um die Hälfte reduziert werden (HOEKSTRA ET AL. 2011).

Mögliche Massnahmen zur Reduktion des Wasserkonsums:

  • Effizienzsteigerung des Regenfeldbaus Effizienzsteigerung im Bewässerungsfeldbau „More Crop per Drop“
  • Förderung von Kapazitätsstärkungs-, Aus-, Fort- und Weiterbildungsmassnahmen
  • Förderung von Programmen zum Erfahrungsaustausch z.B. für Landwirte, ...

Verwendete Literatur

UNESCO (2012): Managing Water under Uncertainty and Risk. Development Report 4. URL [Zugriff: 23.04.2013]

HOEKSTRA, A.Y.; CHAPAGAIN, A.K.; ALDAYA, M.M.; MEKONNEN, M.M. (2011): The Water Footprint Assessment Manual. Setting the Global Standard. URL [Zugriff: 24.07.2012]. PDF

UNBEKANNT (2007): Water Use Efficiency in Agriculture. The Role of Nuclear and Isotopic Techniques. URL [Zugriff: 6.12.2012]. PDF