Ernährung und Gesundheit

Die Produktion von Nahrungsmitteln macht einen Grossteil des globalen Wasser-Fussabdrucks aus. Zur Deckung der globalen Nachfrage nach Nahrungsmitteln werden jährlich rund 7'000 km3 Wasser evapotranspiriert (ROCKSROEM ET AL. 2007). Während die weltweite durchschnittliche Pro-Kopf-Kalorienversorgung ca. 2’800 kcal pro Tag beträgt (davon rund 20% aus tierischen Produkten), beträgt die Kalorienversorgung in Industrieländern rund 3’400 kcal pro Tag und Person, rund 30% davon aus tierischen Produkten (FAO 2011). Ernährungstrends, wie sie in den letzten Jahrzehnten in Industrieländern zu beobachten waren, werden sich in Zukunft auch in vielen Entwicklungsländern wiederholen (LOTZE-CAMPEN und WELP 2011). Das prognostizierte Bevölkerungswachstum in Kombination mit steigenden Einkommen und damit einhergehenden veränderten Lebensbedingungen (z.B. durch zunehmende Verstädterung, etc.) werden die Ernährungsgewohnheiten einer breiten Bevölkerungsschicht massgeblich verändern: Einerseits wird der Verzehr von Nahrungsmitteln steigen, andererseits wird sich auch der relative Anteil tierischer Produkte in der Ernährung erhöhen und somit auch der Wasserbedarf, denn die Erzeugung tierischer Kalorien verbraucht global gesehen rund 8-mal mehr Wasser als die pflanzlicher Kalorien (ROCKSROEM ET AL. 2007).

Für eine Pro-Kopf-Nahrungsmittelversorgung mit 3'000 - 3'400 kcal pro Tag (davon 20% - 30% aus tierischen Produkten) werden rund 3’600 Liter Wasser benötigt (HOEKSTRA 2012, LANNERSTAD o.J.). Eine Reduktion des Kalorienanteils aus tierischen Produkten von 20% auf 5% reduziert den Wasserverbrauch um rund 45%. Eine verlustfreie Wertschöpfungskette (reduzierte Kalorienversorgung von 2'200 kcal pro Person und Tag) in Kombination mit einer Reduktion des Kalorienanteils aus tierischen Produkten auf 5% der Gesamtkalorienmenge reduziert den Wasser-Fussabdruck für Lebensmittel um fast 60% (LANNERSTAD o.J.).

Grafische Darstellung des 1) derzeitigen Wasserverbrauchs für eine Kalorienversorgung von 3'000 kcal mit einem 20%-igen Kalorienanteil aus tierischen Produkten (3'000 kcal, 20%) sowie des Wassereinsparungspotentials bei 2) Reduktion des Kalorienanteils aus tierischen Produkten auf 5% der Gesamtkalorienversorgung (3'000 kcal, 5%), 3) einer verlustfreien Wertschöpfungskette (2'200 kcal, 20%) und 4) einer Kombination aus verlustfreier Wertschöpfungskette und gleichzeitiger Reduktion des Kalorienanteils aus tierischen Produkten (2'200 kcal, 5%) bezogen auf eine Versorung (3'000 kcal, 20%) mit 3'000 kcal (davon 20% aus tierischen Produkten). Quelle: eigene Darstellung, modifiziert nach Informationen entnommen aus LANNERSTAD (o.J.)

Mögliche Massnahmen zur Reduktion des Wasserkonsums:

  • Reduktion des Kalorienanteils aus tierischen Produkten
  • Minimierung der Nahrungsmittelverluste entlang der Wertschöpfungskette, vom Feld bis auf den Teller

Verwendete Literatur

ROCKSROEM, J.; LANNERSTAD, M.; FALKENMARK, M. (2007): Assessing the Water Challenge of a New Green Revolution in Developing Countries. URL [Zugriff: 23.04.2013]. PDF

FAO (2011): Food Balance Sheets. URL [Zugriff: 14.04.2013]

LOTZE-CAMPEN, H., WELP, M. (2011): Mehr Nahrungsmittel mit weniger Wasser erzeugen. Effizienzgewinne, Lebensstile, Handel. In:

Warnsignal Klima. Genug Wasser für alle? (Kapitel 4.7). URL [Stand: 06.08.2012]. PDF

HOEKSTRA, A.Y. (2012): The Hidden Water Resource Use Behind Meat and Dairy. URL [Stand: 14.04.2013]. PDF

LANNERSTAD, M. (o.J.): Trends in Water Availability and Accessibility and Potential Impact on Nutrition in Africa. URL [Stand: 23.04.2013]. PDF

Weiterführende Literatur

CAMPBELL, R. (2013): Want to Save Water? Start Where you Eat. Top 3 Ways to Save Water Through Food Choices. URL [Zugriff: 27.03.2013]

LIU, J.; SAVENIJE, H.H.G (2008): Food Consumption Patterns and Their Effect on Water Requirement in China. URL [Zugriff: 20.02.2013]. PDF

VANHAM, D.; MEKONNEN, M.M.; HOEKSTRA, A.Y. (2013): The Water Footprint of the EU for Different Diets. URL [Zugriff: 20.02.2013]. PDF