Wasserressourcenmanagement

Erfahren Sie mehr über die begrenzte, erneuerbare Ressource Wasser sowie den physischen und ökonomischen Wasserstress und finden Sie heraus, was der „blaue“, „grüne“ und „graue“ Wasser-Fussabdruck beinhaltet.

Wasser ist eine begrenzte, erneuerbare Ressource

Obwohl fast 3/4 der Erdoberfläche von Wasser bedeckt ist und Wasser somit die am häufigsten vorkommende Substanz auf der Oberfläche unseres blauen Planeten ist, sind mehr als 97% Salzwasser und nur 2,5% Süsswasser (SHIKLOMANOV 1993).

Globale Wasserressourcen. Quelle: eigene Darstellung, Daten entnommen aus SHIKLOMANOV (1993)

Unsere Süsswasserressourcen sind sehr ungleichmässig auf der Erde verteilt. Neun Länder besitzen rund 60% der weltweiten Süsswasserressourcen: Brasilien, Russland, China, Kanada, Indonesien, USA, Indien, Kolumbien und die Demokratische Republik Kongo. Selbst in diesen Ländern variiert die zeitliche und geographische Verfügbarkeit des Süsswassers erheblich (WBCSD 2009). Nur 80% der Weltbevölkerung werden durch erneuerbare und zugängliche Wasserressourcen versorgt, 20% der Weltbevölkerung jedoch ist auf fossile Grundwasservorkommen (Grundwasservorkommen, die zurzeit nicht mehr erneuert werden), angewiesen (WWAP 2006). Damit lebt ein Fünftel der Weltbevölkerung auf Kosten zukünftiger Generationen. Langfristige nachhaltige Versorgungsstrategien müssen diese kurzfristige Ausbeutung endlicher Wasservorräte ablösen.

Physischer und ökonomischer Wasserstress

Im vergangenen Jahrhundert hat sich der weltweite Wasserverbrauch vervierfacht (UNPD o.J.) und stieg somit rund doppelt so schnell wie das Bevölkerungswachstum (SEANLON und SOPHOCLEOUS 2007) im Vergleichszeitraum. Die Vereinten Nationen (UN 2011) prognostizieren einen Anstieg der Weltbevölkerung auf über 9 Milliarden Menschen bis zum Jahr 2050 und auf über 10 Milliarden bis zum Jahr 2100 - das entspricht einer Bevölkerungszunahme von rund 50%.

Bei unverändertem Trend würde sich der derzeitige weltweite Wasserverbrauch bis zum Jahr 2100 fast verdoppeln. Quelle: eigene Darstellung, Daten für Bevölkerungsentwicklung im Zeitraum 1900 bis 2000 entnommen aus UNPD (o.J.), Daten für globalen Wasserverbrauch im Zeitraum 1900 bis 2000 entnommen aus SEANLON UND SOPHOCLEOUS (2007), Daten für Bevölkerungsprognose aus UN (2011), Prognose für Wasserverbrauch basierend auf langjährigem Trend.

Wenn es zu keinem drastischen Umdenken im Umgang mit der Ressource Wasser kommt, könnte die weltweite Nachfrage nach Süsswasser die Versorgung bis zum Jahr 2030 um mehr als 40% übersteigen. Laut einer aktuellen Studie werden im Jahr 2050 vier von zehn Personen in Wassereinzugsgebieten mit Wasserstress leben. Die räumliche Ungleichverteilung von Süsswasserressourcen sowie das zeitliche Auseinanderklaffen von Wasserangebot und -nachfrage, werden sich bis zur Jahrhundertwende, auf Grund von Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung, Urbanisierung, Klimawandel, etc., noch verstärken (UNEP 2012).

Die Karte zeigt Einzugsgebiete unter Wasserstress. Die verschiedenen farblichen Kennzeichnungen verdeutlichen zudem den Sektor, der den grössten Wasserverbrauch in diesem Gebiet hat. Die Abbildung veranschaulicht die Dominanz des landwirtschaftlichen Sektors im Hinblick auf Wasserentnahmen. Mit zunehmender Industrialisierung und Reichtum eines Landes vergrössert sich jedoch der Wasserverbrauch der Industrie. Dies trifft in Zentraleuropa, USA, Japan und Korea sowie der Ukraine zu, wo aufgrund von genügend Niederschlag auf eine Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen in hohem Masse verzichtet werden kann. Eine untergeordnete Rolle spielt der Wasserverbrauch durch Haushalte, dessen Dominanz sich nur in einigen wenigen wüstenhaften Einzugsgebieten wiederspiegelt. Quelle: modifiziert (Übersetzung aus dem Englischen) entnommen aus CESR (2002)

Ein Grossteil der fossilen Grundwasserreserven in den Kornkammern der Welt (z.B. in den USA, Mexiko, Osteuropa, Ägypten, Indien und China) werden bereits heute stark übernutzt. Eine Erschöpfung dieser Grundwasservorkommen wird drastische Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktion in den betroffenen Regionen und somit auf die gesamte Welt haben.

Virtuelles Wasser

Der Wasser-Fussabdruck ist ein Indikator für die Verwendung von Süsswasserressourcen durch den Menschen. Er wird nach der Herkunft des im Produktionsprozess verwendeten Wassers aufgeschlüsselt in (HOEKSTRA ET AL. 2011):

  • Der blaue Wasser-Fussabdruck bezeichnet das Volumen von Oberflächenwasser und Grundwasser, das während der Produktionsprozesse verbraucht wird (d.h. evaporiert oder in das Produkt einfliesst).
  • Der grüne Wasser-Fussabdruck bezeichnet das Volumen an verbrauchtem Regenwasser (d.h. das evaporiert oder in das, meist landwirtschaftliche, Produkt einfliesst).
  • Der graue Wasser-Fussabdruck bezeichnet das Volumen an Süsswasser, das benötigt wird, um die Schadstoffbelastung bis zu akzeptierbarem Niveau zu verdünnen. Er wird berechnet als das Volumen von Wasser, das benötigt wird, um die Wasserqualität auf einem Niveau zu halten, welches anerkannten Qualitätsstandards entspricht.

Verwendete Literatur

SHIKLOMANOV, I.A. (1993): World Freshwater Resources. In GLEIK, P.H. (edt.) (1993): Water in Crisis. A Guide to the World’s Fresh Water Resources. Oxford University Press, New York. URL [Zugriff: 4.10.2012]. PDF

WBCSD (2009): Facts and Trends. Water (Version 2). Geneva: World Business Council for Sustainable Development (WBDSC). URL [Stand: 14.02.2013]. PDF

WWAP (2006): Water. The Challenges. Educational Poster Prepared for the United Nations World Water Development Report 1. URL [Zugriff: 14.02.2013]. PDF

UNPD (o.J.): The World at Six Billion. URL [Zugriff: 18.02.2013]. PDF

SEANLON, B.R.; JOLL, A.; SOPHOCLEOUS, M. (2007): Global Impacts of Conversion from Natural to Agricultural Ecosystems on Water Resources: Quantity versus Quality. In: LAL, T., STEWART, B.A. (2012): Soil Water and Agronomic Productivity.

UN (2011): World Population Prospects. The 2010 Revision. Highlights and Advance Tables. URL [Zugriff: 10.10.2012]. PDF

UNEP (2012): Global Environment Outlook 5. Environment for The Future we Want: URL [Zugriff: 10.10.2012]

CESR (2002): Drainage Basins under High or Medium Stress and the Sector that Uses the Most Water. URL [Zugriff: 20.02.2013]. JPG

HOEKSTRA, A.Y.; CHAPAGAIN, A.K.; ALDAYA, M.M.; MEKONNEN, M.M. (2011): The Water Footprint Assessment Manual. Setting the Global Standard. URL [Zugriff: 24.07.2012]. PDF